Tag 3 - Arbeiten im Laufhaus in Kiel - Mein Bericht

Das zermürbende Sitzen und Warten auf Kundschaft

Johanna Weber -- 15.02.2024   Themen: Studios

Zimmer im Laufhaus Eros-Center in Kiel

Ich war heute Morgen lange laufen und dann gemütlich frühstücken.
Frühstück gibt es hier im Haus. Und nicht nur zum Frühstück, man kann sich den ganzen Tag in der Küche was nehmen. Kostenlos. Kaffee wird immer frisch gemacht. Gibt richtig guten Kaffee und gute Brötchen - also nicht nur die Billigen weißen - und sogar gekochte Eier. Morgens sind die sogar noch warm. Lecker.
Der Aufschnitt ist einfacher Käse und Wurst, aber ich finde das ganz OK. Pott Marmelade ist auch da.

Zum Kaffee gibt es Kuhmilch. Also, der vegane Trend scheint sich hier noch nicht durchgesetzt zu haben.

Meine Zimmernachbarin, Kristina, kommt gerade im Bademantel in die Küche rein.
"Wie viele Tage arbeitest du immer so am Stück?", frage ich sie.
"Och, ganz lange," meint sie und verdünnt sich dabei den Kaffee mit heißem Wasser.
"Was heißt denn ganz lange?" will ich wissen.
Leicht genervt kommt von ihr: "Na, ich bin doch hier Zuhause." Nee, die Antwort finde ich jetzt nicht ausreichend. Nachbohren. "Du lebst doch in Rumänien...."
"Ja," sie leckt ihren Kaffeeumrührlöffel ab, "aber hier Arbeit."
Muss ich der alles aus der Nase ziehen? "Logisch, aber fährst doch mal nach Hause."
Jetzt wird sie doch etwas gesprächiger: "Ja, ich mache immer Paar Monate hier. Manchmal 3, manchmal 4. Immer hin und her lohnt sich nicht."
"Boh, wie machst du das? Kriegst du nicht einen Koller, wenn du jeden Tag hier im Laufhaus bist?"
"Nein, ich schlafe lange und mache die Tür immer nur dann auf, wenn ich Lust habe."
Aha, jetzt verstehe ich auch wieso die Tür bei ihr und auch vielen Kolleginnen so oft zu ist. Es geht also nicht um den Maxialumsatz, sondern um eine persönliche Art von Work-Life-Balance. Das gefällt mir.
Von dem Konzept will ich mehr wissen.
"Und, machst du auch mal Paar Tage frei und machst Ausflüge oder so was?"
"Nein, ich mache kein frei. Immer Arbeit. Manchmal mache ich nur 2 Gäste und dann gehe ich raus in die Stadt und mache nichts mehr..."

Um 12:00 kommt mein erster Termin.
Auch er kommt von kaufmich. Gefesselt werden und Natursekt. Leider habe ich mich da etwas verspielt, und war zu lange beschäftigt. Das muss ich echt noch lernen, wenn ich hier arbeite.

Kaum war er zur Tür raus stand schon der nächste Termin da.

OK, rein mit ihm.
Er durfte mir beim Putzen zuschauen, und natürlich quasselte ich ihn dabei voll, denn es muss ja ein lockere Atmosphäre sein.
Schüchterner junger Mann, der über das Werbeportal markt.de kam. Er wollte gefesselt werden von einer Lederfrau.
Gerne doch.

Als ich ihn verabschiedete, stand schon der nächste vor der Tür. 20 Minunten zu früh.
Nee, ich brauchte mal Paar Minuten zum Luftholen, und Putzen mußte ich ja auch noch.
Ich schickte ihn noch mal um den Block.
Das war leider keine gute Idee, denn er kam dann nicht wieder. Mist, alte Hurenweisheit sagt doch, dass du jeden erst mal reinholst, bevor er wieder wegläuft....

Na, dafür stand dann ein anderer vor der Tür, der wollte so normal für einen Fuffi....

Jetzt erst mal einen Kaffee holen aus der Küche und gucken wie es

Carina geht. Sie saß gelangweilt auf ihrem Korbsessel, den sie wie immer halb im Gang stehen hatte.
"Nee, noch nicht so dolle.... Hatte erst zwei Quickies."

Der Nachmittag wurde dann noch lebendig, aber für mich fiel irgendwie keiner ab.

Ich war auch nicht so motiviert, denn ich hatte meinen Schnitt ja schon gemacht. Dann wurde es zäh....
Florian aus dem Büro kam hoch, und alle Kolleginnen wollten irgendwas von ihm gemacht oder organisiert haben. Kaffee bringen, Licht reparieren, mir ist langweilig... Ich mußte lachen und fragte, ob ich ihm über den Kopf streicheln soll.
Er erzählte mir dann, dass sie das ganze Laufhaus Stück für Stück renovieren. Immer ein Zimmer nach dem anderen. Die Arbeit muss ja weiter möglich sein. Logisch. Die Bäder sollen auch gemacht werden. Na, da bin ich ja gespannt ob da mehr als ein Dichtungsring ausgetauscht wird. Aber ich denke mal positiv.
Und es soll eine Bar geben, und für Damen wie mich dann ein SM-Zimmer mit einem Andreas.Kreuz. Ah, das ist ja schon mal ein guter Ansatz, aber ein A-Kreuz alleine macht keinen SM-Raum aus. So denken ja viele Bordell-Inhaber:innen. Aber da kann man ja noch mal drüber reden, denn ich habe mich nachmittags entschlossen, dass ich noch mal wieder komme hierher. Irgendwie bin ich noch nicht durch mit den Thema Laufhaus, und ich würde gerne nochmal hierher, denn beim nächsten Mal kann ich tiefer in die Materie einsteigen, weil ich ja schon die Location, die Leute und die Abläufe kenne.

Aber noch ist nicht Feierabend.
Carina zerrte mich an die frische Luft, denn ich brabbelte ja schon seit gestern von Kuchen. Und sie kannte natürlich die beste Konditorei am Platze.

Ab 17:30 waren wir wieder da.
Nichts los.
Warten.
Warten.
Vorbeilaufende, die einen nicht mal eine Blickes würdigen.
Vorbeilaufende, die stehen bleiben und das übliche "Was kost?" rausbringen.

Alle Kolleg:innen gucken nur kurz auf und keine gibt sich große Mühe. Alle spüren, dass es sich eher um Spanner handelt, und da eh nichts bei rauskommt.

Warten.
Warten.
Warten kann sehr zermürbend sein.
Wenn man schon zu lange gesessen und gewartet hat, dann überkommt einen so eine totale Lethargie. Und wenn dann tatsächlich noch einer kommt, dann kann man sich kaum noch aufraffen....
Die zermürbende Kraft des Wartens.

Nein, liebe Prostitutionsgegner:innen, es ist leider nicht so, dass hier ein Freier nach dem anderen vor unserer Tür steht und wir den ganzen Tag herhalten müssen. Nein, im Gegenteil. Es dürften gerne mehr sein.
Anmerkung, es dürften gerne mehr angenehme Kunden sein, die nicht für einen Fuffi die Hochzeitsnacht erleben wollen.

Ich sitze im Eingang meines Zimmers auf dem Stuhl und tippe an diesem Beitrag...
oder warte...
wart
zermürb
wart
zermürb
wart

Plötzlich ein schüchternes "Hallo"

Ups, ich schaue auf von meiner Tastatur.
Ich begrüße den Schüchternen. Da bin ich ja ganz Profi.
"Du bist doch Johanna Weber...."
"Ja, die bin ich."
Ich holte ihn schnell vom Gang in mein Zimmer. Nicht, dass der auch noch wieder wegläuft...
Er verfolge meine Webseite schon länger und konnte es gar nicht glauben, dass ich nach Kiel komme. Und vor alles Dingen konnte er nicht glauben, dass ich auch normalen Sex anbiete.
Er war so nervös, dass ich befürchtete, es würde gar nichts werden mit dem spritzigen Abschluss. Aber wir haben das hinbekommen. Das war sehr schön, denn er war so glücklich, mich getroffen zu haben. Schade, dass dieses Highlight nur einen Fuffi wert war.

Und jetzt?
Es ist 20:30 Uhr.
wart
wart
wart
Ups, da ruft einer an, der seit einer Stunde verzweifelt den Eingang zum richtigen Laufhaus sucht und zu mir will. Ok, da scheinen doch leichte Orientierungsprobleme vorzuliegen, denn der Eingang ist wirklich nicht zu übersehen. Aber auch dieses Problem konnte gelöst werden, und so stand er dann atemlos vor meiner Tür.
50 Euro, und er war wirklich nach 10 Minuten fertig.

Carina hatte immerhin einen sehr netten Gast, der für eine halbe Stunde mit Paar Extras 150 Euro bei ihr gelassen hatte. Sie saß natürlich schon wieder in ihrem Korbsessel.

21:30 Uhr.
wart
wart
wart

Heute ist nicht alle Tage.
Ich komm wieder, keine Frage.


Hier die Links zu den beiden Kolleginnen

Carina -> https://www.instagram.com/city.cat.carina/

Zoe Sabot -> https://www.kaufmich.com/p/sklavia_zoe_sabot

Und hier zum Eros-Center -> https://eros-center-kiel.de/


Hier der Bericht von Tag 1 im Laufhaus in Kiel -> https://johannaweber.de/blog/arbeiten-im-laufhaus-in-kiel-mein-bericht-tag-1/

Hier der Bericht von Tag 2 im Laufhaus in Kiel -> https://johannaweber.de/blog/tag-2-arbeiten-im-laufhaus-in-kiel-mein-bericht/

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